Liebe Einwohnerschaft,

die Ereignisse überschlagen sich mit dem Coronavirus und viele sind verunsichert. Inzwischen wurden mit Schul- und Kindergartenschließungen, Absage von Veranstaltungen, Grenzsperrungen etc. Maßnahmen ergriffen, wie man sie allenfalls aus Kriegszeiten kennt. Uns allen wird viel abverlangt. Die Meinungen gehen auseinander, ob man hätte früher einschreiten müssen oder noch mehr kommt oder es überzogener Aktionismus ist. Wer Recht hat, wird sich vermutlich zeigen. Für die nächste Zeit gilt aus meiner Sicht eines: Wir müssen uns an die Vorgaben halten und soziale Kontakte in den nächsten Wochen einschränken, soweit das möglich ist. Das ist hart. Aber ansonsten werden die Bemühungen zur Eindämmung des Virus` unterlaufen und die Entbehrungen sind umsonst. Das darf nicht passieren. Nun gilt es Solidarität zu leben. Deshalb fordere ich alle Vereine, Kirche, losen Gruppierungen auf bis auf Weiteres ihre Treffen einzustellen. Was Aufschiebbar ist, muss aufgeschoben werden; was Verzichtbar ist, auf das muss verzichtet werden.

Gemeindeseits beabsichtige ich trotzdem Ratssitzungen abzuhalten. Wir hatten letztmals im Januar eine Sitzung und es besteht Beratungsbedarf, weshalb ich um Verständnis bitte, wenn ausgerechnet die Gemeinde sich nicht an das „Versammlungsverbot“ hält.

Die Schließung von Schule und Kindergarten trifft viele junge Familien hart. Nicht jeder ist in Elternzeit und eh zu Hause oder hat einen Heimarbeitsplatz …Trotzdem werden wir in Sachen „Notgruppen“ die enge Schiene fahren, wie sie vom Land vorgegeben wird, d.h. nur Kinder von Eltern mit „systemrelevanten“ Berufen (beide Elternteile) werden betreut. Das ist unschön aber eben ein wichtiger Baustein, um die sozialen Kontakte soweit möglich einzuschränken. Im Hinblick auf den verbleibenden Resturlaub und weitere Ferien in 2020 sehe ich für viele Familien ein Betreuungsproblem – nicht nur für die nächsten Wochen. Wir werden uns Gedanken machen, ob in den späteren Ferien ein umfangreicheres Betreuungsangebot geschaffen wird, als in normalen Jahren.

Bitte haben Sie ein Auge auf Ihre Nachbarn, ob sie Hilfe gebrauchen können. Unterstützen Sie einander, wo nötig. Sicherlich steht auch der Nachbarschaftshilfeverein Tatkraft bei Bedarf zur Seite.  Und: Vieles lässt sich ja heutzutage per Telefon, E-Mail oder whats app regeln, was ich in nächster Zeit sehr empfehle.

Übrigens gibt es bislang in Weidenstetten keinen bestätigten Corona-Fall oder aktuellen Beobachtungsfall (Quarantäne).

Ich bitte alle um Selbstdisziplin, Rücksichtnahme und Verständnis in schwierigen Zeiten. Ich wünsche das nötige Durchhaltevermögen und bleiben Sie gesund!

Weidenstetten, den 16. März 2020

Ihr Georg Engler, Bürgermeister