Als Einstieg in die Sitzung war schwere Kost zu verdauen. Konkret ging es um die enorme Kostensteigerung zwischen Planung und Ausschreibungsergebnis beim Breitbandausbau. Deshalb wurde auch Tiefbauamtsleiter Thomas Klenz vom Verwaltungsverband Langenau beratend beigezogen. Für vier Breitbandtrassen liegen der Gemeinde positive Zuschussbescheide vor, weshalb deren Ausbau ausgeschrieben wurde. Es handelt sich um die Trassen

  • Mastenweg, Geislinger Straße bis Dorfplatz
  • Lerchenweg
  • Kreuzung Lindenweg/Eschwendweg bis ans Ende vom
    Buchenweg und
  • von der Ulmer Straße 26 über Hirschgasse,
    Lammgasse zum Dorfplatz.

Dass die im
Haushalt veranschlagten Mittel im Hinblick auf die galoppierenden Tiefbaukosten
ausreichen, hatte sicherlich niemand erwartet. Allerdings lag das
Ausschreibungsergebnis nochmals um 21 % über den aufgrund jüngerer Vergaben
fortgeschriebenen Zahlen! Bei einer Vergabesumme von rund 909.500 Euro nach
öffentlicher Ausschreibung ergab sich unter Berücksichtigung der Zuschüsse und
Haushaltsansätze eine Deckungslücke von rund 260.000 Euro. Es stellte sich die
schwere Frage, ob man die Ausschreibung aufheben soll oder das Ergebnis
akzeptiert. Man nahm sich deshalb viel Zeit und kam letztlich einstimmig zum Ergebnis
die Projekte abzuwickeln. Ausschlaggebend waren dabei insbesondere folgende Argumente:
Angesichts der bundesweiten Mammutaufgabe Breitbandausbau und anderer Dauerthemen
wie Kanalsanierungen, Erschließung von Baugebieten etc. ist auf lange Sicht ein
überhitzter Tiefbausektor zu befürchten. Es gibt weder die Firmen noch das
Fachpersonal, um diese Situation in absehbarer Zeit umzukehren, weshalb man
sich von einer Neuausschreibung kein wesentlich anderes Ergebnis versprach. Im
Weiteren sind die Trassen teils von enormer strategischer Bedeutung für die
Breitbandversorgung im Ort und ermöglichen es bereits getätigte
Leerrohrverlegungen in Wert zu setzen. Das gilt v.a. für die Trasse vom Technikstandort
bei der Ulmer Straße 26 zum Dorfplatz. Wenn diese Verbindung hergestellt ist,
kann beispielsweise eine durchgängige Glasfaseranbindungen ins Gewerbegebiet Am
Salzgässle  hergestellt werden oder wären
die mit geplanten Trassen Geislinger Straße, Lerchenweg, Buchenweg  sofort eingebunden. Auch könnten die neueren
Trassen in der Ölgasse und Hinter den Gärten/Gartenstraße versorgt werden.
Sprich man hätte ein ansehnliches „Leitungsgerippe“ im Ort und wäre einen
spürbaren Schritt im Breitbandausbau weiter. Wichtig erschien letztlich der
Aspekt der Planungssicherheit. Bevor die Gemeinde (bezuschusste)
Breitbandausbauten machen darf, muss sie eine sog. Markterkundung vornehmen.
Nur wenn keine Breitbandanbieter (z.B. Deutsche Telekom, KabelBW) tätig werden
wollen, ist der Weg für die Gemeinde frei. Würde man nun die Ausschreibung
aufheben und nicht bauen, müsste man eine neue Markterkundung machen.
Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen, dass es inzwischen zusehends
passiert, dass speziell ein Akteur in der Branche dann seinen Bauwillen
signalisiert. Allerdings muss man wissen, dass dies nicht zum Bau verpflichtet
und oft auch nicht erfolgt! Im Ergebnis besteht eben die große Gefahr, dass
sich auf Jahre hinaus nichts tut. Letztlich wäre es auch wenig zielführend wenn
ein Breitbandunternehmen  im Ort ein paar
wenige Straßenzüge abdeckt und die Gemeinde, bzw. der Verwaltungsverband
Langenau als Eigentümer des Netzes, ebenfalls einen Teil des Orts versorgt. Die
Chancen auf ein Netz aus einer Hand und eine starke Position in diesem zukunftsträchtigen
Thema erschienen weitaus höher, wenn man jetzt die bittere Pille der hohen
Ausbaukosten abdeckt, dann aber rund die Hälfte des Orts erschlossen und eine
entsprechend starke Position erlangt hat. Aus diesen Erwägungen wurde BM Engler
ermächtigt den Auftrag an die günstigste Bieterin, die Fa. Eckle aus Langenau,
zu vergeben. Zuvor sollen noch ein paar angedachte Verbesserungspotenziale und
Rahmenbedingungen abgeklärt werden.

Aufgrund des
hohen Vergabepreises und anderer anstehender Investitionen (u.a. Neubau Kindertagesstätte)
war man sich einig vorerst beim weiteren Breitbandausbau kürzer zu treten.
Angesichts der bestehenden Infrastruktur mit der Möglichkeit mit bis zu 50 MB
zu surfen, erschien das als vertretbar. Nun soll zunächst die (finanzielle)
Entwicklung der Großprojekte etwas zugewartet werden, um sich finanziell und
verwaltungstechnisch nicht zu übernehmen. Tendenziell sollen vorerst allenfalls
Mitverlegungen erfolgen. Denkbar erschien auch noch ein Breitbandausbau in der
Ulmer Straße, wo auch Fördermöglichkeiten bestünden. Aber auch hier wird nicht
mit Hochdruck vorgegangen.

Eine
einfachere Beratung hatte man beim Thema Wald.
Hierzu war Herr Förster Keber zu Gast, der sich mit der Entwicklung im
Weidenstetter Wald recht zufrieden zeigte. Finanziell laufe es gut. Die
jüngeren Pflanzungen entwickeln sich zum großen Teil prima. Hinsichtlich Käfer-
und Sturmschäden sei die Gemeinde noch einigermaßen glimpflich davon  gekommen. Allerdings ging er von rund 100 fm
Käferholz aus (es ist noch nicht als aufgenommen). Aber bereits nur wenige
Kilometer entfernt habe der Käfer weitaus größere Schäden angerichtet, weshalb
auch der Fichtenpreis im Keller sei. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass aus
dem Gemeindewald auch künftig ein Gewinn erwirtschaftet wird. Einstimmig wurde
der von Herrn Keber vorgelegte Betriebsplan für das Jahr 2019 anerkannt.

Für die Freiwillige Feuerwehr standen zwei
größere Beschaffungen an, weshalb Kommandant Bulling und Gerätewart Engel zu
Gast waren. Da der Feuerwehrausschuss gute Vorarbeit geleistet hatte, kam man
schnell durch den Tagesordnungspunkt. Jeweils einstimmig beschlossen wurde die
Beschaffung von 35 zeitgemäßen Feuerwehrhelmen für die gesamte Wehr zum
Angebotspreis von 10.185 Euro. Außerdem der Kauf von 35 Stück Ausgehuniformen
zum Gesamtpreis von 9.194 Euro. Beide Aufträge gingen nach beschränkter
Ausschreibung an die Fa. Barth aus Fellbach. Die Notwendigkeit ergibt sich
daraus, dass die veralteten „Alu—Schüsseln“ nicht mehr ansatzweise den heutigen
Anforderungen und Standards an Feuerwehrhelme entsprechen. Im Hinblick auf den
Nutzen und den Schutz der Wehrmänner war die Beschaffung angezeigt. Die
Ausstattung der Wehr mit einer Ausgehuniform ist ebenfalls eine Pflichtaufgabe.
Die eher altbackene und unbequeme alte Uniform wurde schon seit Jahren nicht
mehr beschafft, weil eben eine neue Uniform vorgegeben ist. So dass inzwischen
viele Wehrmänner gar keine Uniform haben und die anderen eine veraltete.
Nachdem man die Beschaffung einige Jahre aus Kostengründen aufgeschoben hatte,
rang man sich nun durch diesen Schritt zu tun. Auch als Zeichen der Anerkennung
für die Wehr und um nach außen ein würdiges Bild abzugeben. 

Dem
beantragten Baugesuch „Anbau einer
Garage mit Wohnung in der Ulmer Straße 12“ wurde unter einer Bedingung
einstimmig das Einvernehmen erteilt.

Ebenfalls
einstimmig befürwortet wurden die Spenden
vom Dorfladen Um`s Eck, Frau Camila Preljevic, an die Kameradschaftskasse der
Feuerwehr (150 Euro) und den Sportverein (250 Euro).

Eine
kontroverse Diskussion ergab sich zur Bezuschussung
von Kindern in der Tagespflege.
Das Für und Wider wurde länger abgewogen.
Es bestand Einigkeit, dass die Tagespflege ihren Sinn und Vorteile habe.
Allerdings wurde sie auch als Konkurrenz zur im Aufbau befindlichen
Kinderkrippe gesehen und erschien es als kontraproduktiv gerade in dieser Phase
eine Bezuschussung einzuführen, wenn man massiv in ein eigenes Angebot
investiere. Letztlich stimmte eine Mehrheit gegen die Einführung eines
Zuschussprogramms.

In
nichtöffentlicher Sitzung erfolgte die Besetzung
der ausgeschriebenen Stelle einer Vertretungskraft im Rathaus
.
Erfreulicherweise lagen fünf gute Bewerbungen vor. Man entschied sich die
Stelle Frau Sabine Winkelmann aus Weidenstetten zu übertragen. Gemeinderat
Winkelmann verließ bei diesem Beratungspunkt den Sitzungssaal wegen
Befangenheit.

Georg Engler,
Bürgermeister