Als Einstieg ging es thematisch rund um den Gemeindewald. Hierzu waren Herr Förster Keber und sein Fachdienstleiter, Herr Dr. Duvenhorst, zu Gast. Die Gäste gaben einen Überblick über die Situation für Waldbesitzer im Allgemeinen und zur konkreten Situation in Weidenstetten. Im Gemeindewald hat man durchaus auch mit Problemen zu kämpfen (Käferholz, Trockenheit, Sturmholz). Nichtsdestotrotz läuft es – auch dank der umsichtigen Arbeit des Bauhofmitarbeiter – bei uns vergleichsweise gut. Angesichts der schlechten Holzpreise muss man jedoch davon ausgehen, dass der Gemeindewald 2020/21 wenig bis keinen Ertrag abwirft. Eine gewisse Entlastung könnte durch zwei kurzfristig von Bund und Land aufgelegte Zuschussprogramme erfolgen. Diese will die Gemeinde ausnutzen. Am Ende der Aussprache wurde der vorgelegte Forstbetriebsplan für das Jahr 2021 einstimmig befürwortet. Im Wissen, dass sich durch Förderprogramme, ungewisse Entwicklung des Holzmarktes und den schwer einzuschätzenden Schadholzanfall wohl Verschiebungen ergeben werden.

Der Verwaltungsverband Langenau ist Aufgabenträger für den Flächennutzungsplan (FNP). Der erstmals 1977 ausgearbeitete und seither 22 mal fortgeschriebene Plan soll grundlegend überprüft und überarbeitet werden. Der Ablauf soll von einem Fachbüro begleitet werden. Dieses beabsichtigt in nächster Zeit in die Gemeinderäte zu kommen, womit das Verfahren hoffentlich Tempo aufnimmt. Um den Verfahrensablauf zu beschleunigen und sich einzustimmen machte sich im Vorgriff hierauf das Gremium Gedanken zum aktuellen FNP. Diese sollen dann in die anstehende Planung Eingang finden. Die Thematik hier auszuarbeiten würde den Rahmen sprengen. Der aktuelle FNP ist übrigens unter dem Menüpunkt Gemeinde auf der Homepage eingestellt.

Breiten Raum nahm in der Sitzung die bauliche Entwicklung am südlichen Ortseingang ein, wo in den letzten Wochen das Wohnbaugebiet Steig II erschlossen wurde. Inzwischen ist absehbar, dass sich in Abstimmung mit der Straßenbauverwaltung eine Lösung für die gewünschte Anbindung des Baugebiets über den Sinabronner Weg an die Ulmer Straße findet. Das wäre sehr vorteilhaft, weil dann die Zuwegung ins Baugebiet weitaus einfacher und zudem der Lindenweg entlastet wäre. Im Gremium wurde ausführlich abgewogen, wie mit der sich abzeichnenden Situation umgegangen werden soll. Dabei konnte folgender Konsens herausgearbeitet werden: Der Sinabronner Weg soll ggf. bis zur Einmündung ins Baugebiet auf ca. 5,5 Meter Breite asphaltiert werden, um eine funktionierende Entlastungsstraße zu bekommen. Von der Ulmer Straße bis zur Einmündung ins Baugebiet soll dabei möglichst auch ein Gehweg angelegt werden. Diese Maßnahmen kosten nicht wenig Geld. Auch aus Gründen der Refinanzierung soll die Fläche zwischen dem jetzt ausgebauten Gebiet Steig II und dem Sinabronner Weg dann als Bauland erschlossen werden. In diesem Zug soll das ehemals landwirtschaftliche Gebäude dort abgebrochen werden. Für Gemeindezwecke ist es verzichtbar, aufgrund der erhöhten Lage, Optik und Größe für das Baugebiet Steig II eine gewisse Belastung und im Vergleich zum nachgefragten Wohnbauland gesellschaftlich als niedrigwertiger einzustufen. In der angepeilten Erweiterung des Baugebiets – sie läuft unter der Bezeichnung Steig III – wurde ein sinnvoller Abschluss der baulichen Entwicklung in diesem Bereich gesehen. Grundsätzlich wird die Wohnbauentwicklung aber unverändert im Gernäcker favorisiert. Allerdings zieht es sich hin, bis man dort bauen kann. Es besteht Hoffnung, dass man mit dem Gebiet Steig III etwas zügiger vorankommt und man so die Nachfrage besser befriedigen kann. Hinter der Zeitschiene stehen noch diverse Fragezeichen. Jedenfalls ist gemeindeseits nunmehr eine klare Zielrichtung vorgegeben.

Baugesuche lagen keine zur Beratung vor.

Hinsichtlich der geplanten Modernisierung und Erweiterung der Verbandsgrundschule fand eine Vorberatung statt. Zur geplanten schulischen Entwicklung wird auf den gesonderten Bericht unter den Schulnachrichten im Allgemeinen Teil des Mitteilungsblatts verwiesen.

Seit rund vier Jahren beschäftigt sich der Rat mit einer Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung Ölgasse/Umgehungsstraße. Lange Zeit wurde eine Unterführung geplant weil eine höhengleiche Ampelkreuzung von der Straßenbauverwaltung abgelehnt wurde. Vor einigen Monaten erfolgte bei der Straßenbauverwaltung ein Umdenken und wurde der Weg für eine Ampelquerung grundsätzlich eröffnet. Daraufhin ließ die Gemeinde einen Plan erstellen und legte ihn der Straßenbauverwaltung zur Stellungnahme vor. Diese fiel mehr als überraschend aus: Die Straßenbauverwaltung teilt nunmehr mit, dass Sie die Ampelquerung im Zeitfenster 2021/22 in Eigenregie auf eigene Rechnung bauen will. Das Gremium nahm diese Wendung erfreut zur Kenntnis und die Gemeinde stellt mithin die eigenen Baupläne zurück.

Der erhoffte förmliche Bewilligungsbescheid für die Ausweisung von zwei Wanderwegen ist nunmehr eingetroffen. Eine Firma wurde mit der Herstellung von Wegweisern und Informationstafeln beauftragt. Dies wird einige Wochen dauern. Man muss deshalb davon ausgehen, dass die bauliche Umsetzung erst nach dem Winter erfolgt.

Die Erschließung des Baugebiets Steig II ist erfreulicherweise planmäßig verlaufen und abgeschlossen. Die Firma arbeitete sehr zur Zufriedenheit der Bauleitung. Bei der Veraltung gingen auch keine Beschwerden ein. Weiter geht es mit dem Breitbandausbau im Talweg, der mit der Verlegung einer Gasleitung einhergeht. Von den Anliegern werden mehr Hausanschlüsse gewünscht, als bei der Planung auf Basis von Erfahrungswerten erwartet wurden. Die Arbeiten dort dauern deshalb länger als geplant. In Konsequenz erfolgt die mitbeauftragte Sanierung des Straßenbelags im Übergangsbereich Dorfplatz/Geislinger Straße erst nach dem Winter.

Georg Engler, Bürgermeister